sms.at Powered
by sms.at

Hilfe schenken zu Weihnachten



Heuer war nicht nur für uns, sondern für ganz Österreich, ein sehr ereignisreiches Jahr. Wir blicken nicht nur auf schöne und aufregende Geschehnisse, wie die Übernahme von websms durch die atms GmbH zurück, sondern haben als Firma auch in der Thematik Flüchtlingskrise mitgefühlt. Deswegen war es uns heuer ein besonderes Anliegen, unser Weihnachtsbudget, welches in den letzten Jahren in Geschenke und postalische Aussendungen geflossen ist, für einen guten Zweck zu spenden.


Interview mit Herrn DI Stephan Bazalka von der Caritas Wien


Herr DI Bazalka, zehntausende Menschen sind seit vielen Monaten auf der Flucht. Viele davon suchen Hilfe in unserem Land. In einer solch heiklen Angelegenheit braucht man viele Menschen die in dieser Situation Ihre Bereitschaft und Hilfe anbieten.

Geben Sie uns einen kurzen Einblick, was sich in Ihrer Organisation in den letzten Monaten abgespielt hat?

DI Stephan Bazalka, Caritas

DI Stephan Bazalka, Caritas Wien


Rund 560.000 Flüchtlinge sind seit Anfang September 2015 in Österreich angekommen (Stand 23.11.). Die meisten von ihnen sind Richtung Norden weitergereist. Wir waren von Anbeginn an den Bahnhöfen in Nickelsdorf, Spielfeld und in Notquartieren in ganz Österreich gemeinsam mit tausenden Freiwilligen im Einsatz. Und wir sind es bis heute. Wir versorgen schutzsuchende Menschen mit Wasser, Lebensmitteln, Hygieneartikeln und mit warmer Kleidung und geben ihnen in Notquartieren ein Dach über dem Kopf. Alleine in der ersten Woche leisteten die Helferinnen und Helfer an den Bahnhöfen und Grenzübergängen 36.336 Einsatzstunden mehr als 60 Tonnen Lebensmittel und Sachspenden wurden an Flüchtlinge verteilt. Gemeinsam mit diesen Freiwilligen ist es uns außerdem gelungen, in Spitzenzeiten bis zu 1.600 Transitquartiere in der Bundeshauptstadt zur Verfügung zu stellen und zehntausende Menschen an den Bahnhöfen willkommen zu heißen. Mehr als 10.000 Menschen haben in Pfarren übernachtet.


Wie viele Flüchtlinge werden derzeit von Ihnen betreut/unterstützt und wie viele HelferInnen stehen von Seiten der Caritas zur Verfügung?


Neben der akuten Flüchtlingsnothilfe betreut die Caritas österreichweit 21.000 AsylwerberInnen in Grundversorgung, davon mehr als 6.000 in von der Caritas betriebenen Unterkünften. 15.000 Flüchtlinge, die in anderen Quartieren untergebracht sind, werden zusätzlich von der Caritas mobil betreut. Die Caritas versorgt aktuell jede/n dritte/n AsylwerberIn in Österreich und ist damit die größte Trägerorganisation im Bereich der Grundversorgung. Allein die Caritas Wien hat 1028 Grundversorgungsplätze in Ihren Einrichtungen davon 257 für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und 640 Plätze Notquartiere.



Seit Sommer haben sich österreichweit rund 14.400 neue Freiwillige zur Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe gemeldet. Rund 10.400 Freiwillige waren bereits mindestens einmal für die Caritasim Einsatz, viele helfen regelmäßig mit – in der Sammelstelle in Spielfeld, an den Bahnhöfen und in Quartieren. Die freiwilligen HelferInnen haben unzählige Tonnen an Sachspenden angenommen und verteilt (u.a. Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel), sind als DolmetscherInnen tätig und kümmern sich um die Betreuung von Kindern. In Traiskirchen sind wir mit dem Omni.Bus direkt vor Ort und geben jetzt auch direkt im Erstaufnahmezentrum Sachspenden aus. Wir haben in den letzten Wochen Sachspenden gesammelt, sortiert und geben sie an die Menschen weiter. Bis zu 1.000 Flüchtlinge pro Woche kamen bisher zum Caritas Omni.Bus, wo freiwillige MitarbeiterInnen die Spenden entgegennahmen, sortierten und an schutzsuchende Menschen ausgegeben haben. 1.500 freiwillige HelferInnen waren bis jetzt im Einsatz.



Wie kann man Hilfsorganisationen, wie die Caritas, in solch einer Krisensituation am besten unterstützen?


Mit Geld- Sach- und Zeitspenden.
Caritas Spendenkonto
RBI BIC: RZBAATWW
IBAN: AT16 3100 0004 0405 0050
Kennwort: Flüchtlingsfonds

Wir verschicken momentan einmal wöchentlich ein Infoblatt per Mail über unsere derzeitigen Engagementmöglichkeiten im Flüchtlingsbereich. In dem Sheet sind Informationen über kurzfristige Dienste, wie Hilfe am Westbahnhof oder in Notquartieren sowie über längerfristige Engagements in unseren Einrichtungen zu finden.

Wenn Sie Interesse daran haben, schreiben Sie bitte ein Mail (Betreff "Mitarbeit Flüchtlingshilfe") mit Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse an
JLIB_HTML_CLOAKING!
www.zeitschenken.at

https://freiwillige.caritas-wien.at/taetigkeitsfelder/hilfe-fuer-fluechtlinge/

Aktuelle Spendenaufrufe finden Sie außerdem auf der Facebook-Seite wir.helfen


Wie bereitet sich die Caritas für die Wintermonate vor bzw. wie lange denken Sie, müssen Organisationen, wie die Caritas, noch Höchstleistung vollbringen?


Klar ist, kein Mensch muss unversorgt auf der Straße stehen. Die Caritas hat sich auch heuer intensiv auf diesen Winter vorbereitet. Alleine in den vergangenen Wochen wurden auf dem Gebiet der Erzdiözese Wien 540 Notquartiersplätze und 400 Grundversorgungsplätze im Flüchtlingsbereich geschaffen und weitere werden folgen.


Außergewöhnlich fand ich die große Hilfsbereitschaft der ÖstereicherInnen. Gerade in den Sommermonaten hatte man viele StudentInnen, die dann aber mit Beginn des Semesterstarts weggefallen sind. Auch freiwillige HelferInnen haben nur endlich viel Zeit zur Verfügung. Wie denken Sie, kann man diesen Fluss an Hilfsbereitschaft aufrechterhalten?


Eine bunte Mischung an Menschen engagiert sich freiwillig: junge und ältere, mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen, aus Österreich und anderen Ländern. Die freiwillige Mitarbeit wird auch in Zukunft eine wesentliche Säule im Wirkungsbereich der Caritas bleiben. Wir sind sehr dankbar für die große Solidarität und das beeindruckende Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer! Wir haben einen Pool an Freiwilligen, die noch nie im Einsatz waren.



Werden Ihre HelferInnen geschult? – Kann man Helfer für eine solch außerordentliche Krisensituation schulen?


Es gibt einen Freiwilligenkoordinator, der sich eigens um die Freiwilligen und ihre Anliegen kümmert. Zudem werden in regelmäßigen Abständen Infoveranstaltungen und Einschulungen organisiert. Zusätzlich wird auch professionelle Supervision angeboten.


Ich denke ich spreche im Namen aller, wenn ich sage wie froh wir sind, so gut organisierte und engagierte Hilfsorganisationen, wie die Caritas es ist, zu haben. Wir haben heuer daher beschlossen unser Weihnachtsbudget nicht in postalische Aussendungen und viele Geschenke fließen zu lassen, sondern die Hilfsorganisation Caritas in der Flüchtlingskrise zu unterstützen.

Dank unserer Spende kann die Caritas rasche und unbürokratische Soforthilfe an den unterschiedlichen Brennpunkten, ob in Traiskirchen, am Wiener West- oder Hauptbahnhof leisten. Mit Beginn der kalten Jahreszeit konzentrieren sich die Bemühungen der Caritas auf zusätzliche Bereitstellung dringend benötigter Notquartiere.

Wir hoffen, dass viele Unternehmen unserem Beispiel folgen. Wir danken Herrn DI Bazalka für das Interview und wünschen der Caritas alles Gute für die Zukunft!